IPv6 für netcup VPS einrichten

IPv6 für netcup VPS einrichten

Im Folgenden soll eine Anleitung gegeben werden, um IPv6 für ein KVM-Gastsystem einzurichten. Im vorliegenden Anwendungsfall handelt es sich um einen Virtual Private Server (VPS) des Anbieters netcup. Als Betriebsystem kommt ubuntu 16.04 zum Einsatz. Die Anleitung funktioniert vermutlich auch für Debian 8 und einige weitere Linux-Distributionen.

IPv6-Netzwerkeinstellungen aus der Verwaltungsoberfläche entnehmen

Die IPv6-Netzwerkeinstellungen lassen sich in der Verwaltungsoberfläche von netcup einsehen. Netcup verwendet derzeit zwei Verwaltungsoberflächen: CCP und SCP. Bezüglich der IPv6-Netzwerkeinstellungen spielt es keine Rolle, welche der beiden Verwaltungsoberflächen man einsieht.

Beide Verwaltungsoberflächen führen hierbei das IPv6-Prefix auf. Hierbei handelt es sich um ein IPv6-Subnetz, in welchem man eine feste IP-Adresse mit Suffix Y wählen kann, z. B. 3.

Netzwerk-Device ermitteln

Standardmäßig werden Netzwerk-Devices unter Linux mit eth0 beginnend durchnummeriert. Bei netcup heißt das Netzwerk-Device im vorliegenden Fall jedoch ens3.

Wie das Netzwerk-Device benannt ist, lässt sich mit dem Befehl ifconfig ermitteln:

ifconfig
ens3      Link encap:Ethernet  HWaddr aa:bb:cc:dd:11:22  

Die Netzwerkkonfiguration erfolgt im Folgenden daher für ein Device namens ens3. Sollte das Netzwerkdevice stattdessen z. B. eth0 heißen, dann ist dieser Name entsprechend im Folgenden einzutragen.

Netzwerk-Device konfigurieren

Die Datei /etc/network/interfaces sollte für ein Interface ens3 so aussehen:

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).
source /etc/network/interfaces.d/*
# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback
# The primary network interface
auto ens3
iface ens3 inet dhcp
iface ens3 inet6 static
       address XXXX:XXXX:X:XXX::Y
       netmask 64
       gateway fe80::1

Hierbei sind die Xe durch bereits ermittelte IPv6-Prefix zu ersetzen. Das Y für ein konkretes IPv6-Suffix welches frei wählbar ist, z. B. 3. Da netcup pro VPS ein ganzes IPv6-Subnetz vergibt, lassen sich entsprechend weitere IP-Adressen innerhalb dieses IPv6-Subnetzes angeben, indem weitere Werte für Y frei gewählt und hinterlegt werden.